Der monatliche Blick auf Frauen in aller Welt


10.Dezember 2018

SCHWEIZ

Zwei neuen Frauen in der Regierung

Die Wahl gilt als historisch: Erstmalig wurden an einem Tag, am 5.Dezember, zwei Frauen in den siebenköpfigen Bundesrat gewählt: die Liberale Karin Keller-Sutter und die Christdemokratin Viola Amherd. Damit besetzen Frauen drei von sieben Sitzen in der Schweizer Regierung. Viele Frauen in der Schweiz verbinden mit dieser Wahl die Hoffnung, dass es nun auch mit weiteren Frauenanliegen vorwärts gehen könnte. Bei der Gleichstellung von Frauen und Männern steht die Schweiz alles andere als an der Spitze. Das Frauenwahlrecht wurde erst 1971 eingeführt und erst 1984 wurde die erste Frau in den Bundesrat gewählt. Auch die Vereinbarung von Familie und Arbeit bleibt bis heute für Schweizerinnen eine große Herausforderung.

BRASILIEN

Baby nach der Transplantation eines Uterus

In Brasilien ist weltweit erstmals ein gesundes Kind auf die Welt gekommen, dessen Mutter die Gebärmutter einer Verstorbenen transplantiert bekommen hatte. Das kleine Mädchen wurden vor einem Jahr in São Paulo geboren, wie die Fachzeitschrift The Lancet am 5.Dezember berichtete. Diese erfolgreiche Gebärmutter-Transplantation gibt vielen Frauen, die bislang keine Kinder bekommen konnten, neue Hoffnung. Bislang waren Gebärmutter-Transplantationen gelungen, wenn der Uterus von einer lebenden Frau gespendet wurde. So sind insgesamt elf Kinder nach einer solchen Operation zur Welt gekommen. 

ISRAEL

Demo gegen Gewalt an Frauen

Bei landesweiten Protesten in Israel haben am 4. Dezember Zehntausende gegen Gewalt an Frauen demonstriert und dabei teilweise den Verkehr lahmgelegt. Auslöser war die Tötung eines 13-jährigen und eines 16-jährigen Mädchens wenige davor zuvor. Die Wut hat Araber und Juden, Religiöse und Nicht-Religiöse sowie Frauen und Männer vereint. Seit Jahresanfang haben in Israel 24 Frauen durch häusliche Gewalt ihr Leben verloren. Die Demonstranten kritisierten Politik und Polizei für mangelnde Unterstützung und forderten von der Regierung, ein bereits beschlossenes Notfallprogramm mit einem Budget von rund 60 Millionen Euro endlich umzusetzen. 

SÜDKOREA

Frauen zerstören Make-up

Lippenstifte wurden kleingeschnitten, Puder aus den Dosen gekratzt, Lidschatten zerstört und Haare abgeschnitten. Aus Protest gegen die vorherrschenden Schönheitsideale in ihrem Land haben sich Südkoreanerinnen unter dem Motto „weg mit dem Korsett“ zu einer demonstrativen Make-up-Zerstörung in sozialen Medien zusammengetan. Die südkoreanische Gesellschaft wird stark von patriarchalen Strukturen und konservativen Frauenbildern geprägt. Laut Statistik soll sich dort eine von drei Frauen zwischen 19 und 29 Jahren bereits einer kosmetischen Operation unterzogen haben. Zudem kommt das Land laut „Global Gender Gap Report“ in puncto Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern gerade mal auf Platz 113 von 144.

FRANKREICH

Kampf gegen sexualisierte Gewalt

Am 27.November hat die französische Regierung eine online Plattform für Opfer von Sexismus und sexualisierte Gewalt gelauncht. Dort können Frauen und Männer ganz anonym mit Polizisten online sprechen und sich beraten lassen. Nur in etwa 10 % der Fälle trauen sich Opfer, die Täter anzuklagen.

Wenige Tage zuvor, am 24.November, haben 20 000 bis 80 000 Franzosen bzw. Französinnen in Paris und im ganzen Land gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt demonstriert. Hinter den Hashtag #Nous toutes (Wir alle) und #Nous aussi (Wir auch) haben Frauen und Männer das Ende der Straflosigkeit für Täter sowie mehr finanzielle Mittel im Kampf gegen diese Art von Gewalt gefordert. 

DEUTSCHLAND

Häusliche Gewalt

Laut einer Statistik des Bundeskriminalamts zu Gewalt in der Partnerschaft gab es 2017 fast 140.000 Opfer häuslicher Gewalt, 82 Prozent davon Frauen. 147 Frauen sollen zudem von ihren Partnern bzw. Ex-Partnern getötet worden sein. Diese Zahlen stellte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am 20.11. vor und kündigte ein Aktionsprogramm an, das Opfern mehr Unterstützung und Schutz bieten soll. Bis 2020 sollen 35 Millionen in das Hilfsprogramm fließen. Aktuell gebe es laut der Politikerin zu wenige Zufluchtsorte und Frauenhäuser.

USA

Mehr Frauen im Kongress

Die Midterm-Wahlen vom 6. November waren ein Erfolg für Frauen. 116 Frauen wurden gewählt. Somit werden unsgesamt 123 Frauen, so viel wie noch nie, im US-Kongress sitzen. Insgesamt besteht der Kongress aus 435 Abgeordneten und 100 Senatoren. Die Gewinnerinnen stehen für eine neue Generation von Abgeordneten, denn viele sind Vertreterinnen von Minderheiten (Musliminnen, Latinos, Indianerinnen, Homosexuelle). Der gewachsene Frauenanteil geht überwiegend auf Erfolge der Demokratischen Partei zurück. Trumps Wahl im Jahre 2016 hatte der progressiven Frauenbewegung einen enormen Schub gegeben. 

FRANKREICH

Sexismus im Fußball

Bei der Verleihung des Fußballpreises „Ballon d’Or“ (dt. „goldener Ball“) in Paris ist es am 3. Dezember zum Eklat gekommen. Als die norwegische Fußballerin Ada Hegerberg zur weltbesten Fußballerin gekürt wurde, fragte der französische DJ und Moderator Martin Solveig sie, ob sie „twerken“, sprich Hüfte und Po kreisen lassen könne. Hegerberg schien sichtlich irritiert. Für seine Bemerkung erntete Solveig viel Kritik und entschuldigte sich schließlich bei der Sportlerin. Der „Ballon d’Or“ wurde in diesem Jahr erstmalig auch an eine Frau verliehen. Weltbester Fußballspieler bei den Männern wurde der Kroate Luka Modric.


21. Oktober 2018

BRASILIEN

Frauen gegen Jair Bolsonaro

Abfällige Bemerkungen über Frauen, Homosexuelle, Schwarze sowie Sympathie für die Militärdiktatur haben den Rechtspopulisten Jair Bolsonaro auch außerhalb Brasiliens viel Kritik eingebracht. Sowohl seine Anhänger als auch Gegner sind in den letzten Wochen massenweise auf die Straße gegangen. Unter Bolsonaros Kritikern befinden sich viele Frauen, die ihm Sexismus vorwerfen. Vereint haben sie sich unter dem Hashtag #EleNao (#NotHim).

USA

Kavanaugh wird öffentlich "verflucht"

Obwohl mehrere Frauen ihn sexueller Übergriffe beschuldigt hatten, wurde der Konservative Brett Kavanaugh Anfang Oktober nach einer Nominierung durch Donald Trump vom Senat zum Verfassungsrichter auf Lebenszeit ernannt. Begleitet wurde die umstrittene Entscheidung von Protesten im ganzen Land und international hoher medialer Aufmerksamkeit. Ein Buchladen für Okkultes, „Catland Books“ in Brooklyn, setzte am 20.10. ein ganz eigenes Zeichen des Widerstands: Die Mitinhaberin des Buchladens lud Hexen und Hexer, die diese Ungerechtigkeit verurteilten, zu einer öffentlichen Verfluchung Kavanaughs ein.

KATHOLISCHE KIRCHE

Papst vergleicht Abtreibung mit Auftragsmord

Papst Franziskus hat bei seiner wöchentlichen Generalaudienz am 10. Oktober auf dem Petersplatz Abtreibung mit einem Auftragsmord verglichen und für Kritik gesorgt. Eine Schwangerschaft abzubrechen sei „wie jemanden zu beseitigen“. „Einen Menschen zu beseitigen ist wie die Inanspruchnahme eines Auftragsmörders, um ein Problem zu lösen“, sagte Franziskus weiter. Erst im August scheiterte in seinem Heimatland Argentinien ein Gesetz zur Legalisierung von Abtreibungen – nicht zuletzt am Widerstand der katholischen Kirche.

ÖSTERREICH

Sigi Maurer wehrt sich gegen Sexismus

Das Urteil vom 9. Oktober hatte viele schockiert: Sigi Maurer wurde der üblen Nachrede für schuldig befunden. Die Ex-Abgeordnete der Grünen im österreichischen Parlament hatte Daten eines Bierladenbesitzers, der ihr obszöne und sexistische Nachrichten geschickt haben soll, öffentlich gemacht hat. Dieser gab an, dass ein anderer sich Zugang zu seinem Account verschafft haben musste. Auch wenn das Gericht ihm keinen Glauben schenkte, verurteilte es Maurer dazu, 4.000 Euro an ihren Kläger für erlittene Kränkung zu zahlen sowie eine Strafe von 150 Tagessätzen a 20 Euro. Daraufhin startete die Verklagte ein Crowdfunding-Projekt – um die Geldstrafe zu bezahlen sowie mit dem Restbetrag, Klagen in ähnlichen Fällen zu finanzieren. Ihr Ziel, 100.000 Euro gegen Hass im Internet zu sammeln, hat sie jetzt schon erreicht.

BULGARIEN

Ermordung einer TV Journalistin

In Bulgarien ist eine Moderatorin des lokalen Fernsehsenders TVN vergewaltigt und getötet worden. Die Leiche der 30 Jahre alten Wiktorija Marinowa wurde Anfang Oktober in einem Park der an der Donau gelegenen Stadt Russe gefunden. Laut Medienberichten sehen die Behörden bislang keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Verbrechen und Marinowas Arbeit. Laut des Onlinenachrichtenportals Politico hat die Moderatorin in ihrer letzen SendungüberRecherchen mehrerer bulgarischer Journalisten zu staatlichen, mit EU-Mitteln geförderten Infrastrukturprojekten berichtet. 30 bis 40 Prozent der Fördergelder sollen demnach durch Korruption versickert sein.

Nach der Malteserin Daphne Caruana Galizia und dem Slowaken Ján Kuciak ist damit zum dritten Mal in diesem Jahr eine Journalistin in einem EU-Mitgliedsstaat ermordet wurde. Bulgarien steht im weltweitem Ranking zur Pressefreiheit derzeit auf Platz 111 von 180 und hat damit die schlechteste Bewertung aller EU-Staaten. In dem südosteuropäischen Land ist auch Gewalt gegen Frauen weit verbreitet.

KUNST

Identität von Courbets Nacktmodell enthüllt

Die Identität der Frau, die für das Meisterwerk « L’Origine du monde » des französischen Malers Gustave Courbet als Modell 1866 posierte, gilt seit Ende September als bekannt. Die 34-jährige Tänzerin der Pariser Oper, Constance Quéniaux soll dem Maler einen Blick zwischen ihre Schenkel gewährt haben, wie der Literaturwissenschaftler Claude Schopp in einem vor kurzem erschienen Buch schrieb. Die Tänzerin soll laut Schopp eine der Mätressen des osmanischen Diplomaten Khalil-Bey gewesen sein. In dessen Auftrag malte Courbet sein weltberühmtes Bild, das Porträt eines nackten Frauenunterleibs in lasziver Pose. Der Literaturwissenschaftler entdeckte ihre Identität durch puren Zufall, als er einen bisher nicht beachteten Brief des Schriftstellers Alexandre Dumas des Jüngeren auswertete. Das skandalträchtige Gemälde, das sich später auch im Besitz des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan befunden hatte, hängt im Musée d’Orsay.

IRAK

Ermordung von einer Instagram-Star

Im Irak hat die Ermordung eines Instagram-Starlets für Entsetzen gesorgt. Die 22-jährige Tara Fares, ehemalige Miss Baghdad, wurde in der Hauptstadt des Landes am 27. September mit drei Schüssen ermordet, wie das irakische Innenministerium mitteilte. Die junge Frau war durch ihre Fotos auf Instagram zum Internet-Star mit 2,7 Millionen Followers geworden. Immer wieder veröffentlichte sie Fotos von sich mit verschiedenen Haarfarben, Tattoos und gewagten Kleidern. Nach ihrer Ermordung äußerten daher viele Fans die Vermutung, dass Fares ihr westlicher Lebensstil zum Verhängnis geworden sein könnte.

FRANKREICH

Künstliche Befruchtung für alle Frauen

In seinem am 25. September veröffentlichen Bericht hat sich der französische Ethikrat (CCNE) für eine Erweiterung der künstlichen Befruchtung an lesbischen Paaren und alleinstehenden Frauen ausgesprochen. „Die Familie verändert sich“, begründete der Ethikrat seine Entscheidung. In dem Bericht wurde auch betont, dass nicht alle Mitglieder dieser Meinung sind. Der Ethikrat sprach sich gleichzeitig gegen eine Legalisierung der Leihmutterschaft aus. Anders als in einem Bericht vom Juni 2017 sprach sich das Gremium nun dafür aus, Frauen die Konservierung von Eizellen grundsätzlich zu erlauben. Aktuell dürfen nur Frauen, deren Fruchtbarkeit durch Krankheit oder eine medizinische Behandlung bedroht ist, oder die Eizellen gespendet haben, Eizellen einfrieren lassen.


15. September 2018

ENGLAND

Eine politische Talkshow nur mit Frauen

Aus reinem Zufall wurde eine politische Fernsehdebatte am 3 September auf BBC nur von sechs Frauen besetzt. Die Situation ist so selten, daß die Reaktionen auf den sozialen Netzwerken entsprechend groß ausfielen. Viele Internetbenutzer sprachen von « Sexismus ». « Zufall » antwortete Rob Barley, der Programmleiter dieser neuen politischen Sendung « Politics Live ». Er erklärte beim französischen Radiosender Franceinfo, daß sie einfach nur relevante Experten gesucht haben, die an diesem Tag verfügbar waren. Er erklärte auch gleich, daß das nächste Panel aus Frauen und Männer bestehen wird.

RECHTSPOPULISMUS

Die wachsende Rolle der Frauen

Oft wird Rechtspopulismus als reine Männersache dargestellt. Eine vergleichende Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung in sechs europäischen Ländern mit dem Titel The Female Face of the Far and Populist Right in Europe, die Anfang September veröffentlicht wurde, zeigt, daß Frauen in diesen Parteien immer öfter eine wichtige Rolle spielen. Die Autoren haben sich die Situation der rechtsextremen Parteien in Deutschland, Frankreich, Griechenland, Polen und Schweden angeschaut um zu begreifen mit welchen Inhalten rechtspopulistische Parteien Wählerinnen ansprechen, weshalb Frauen rechtspopulistisch wählen und welche progressiven Gegenstrategien möglich sind.

KATHOLISCHE KIRCHE

Beteiligung von Frauen in der Priesterausbildung?

Nach den zahlreichen Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche hat sich der kanadische Kardinal Marc Ouellet für eine stärkere Beteiligung von Frauen in der Priesterausbildung ausgesprochen. Die Auswahl von Bischöfen müsse sorgfältiger erfolgen, erklärte auch Ouellet am 15. September am Rande einer Versammlung der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen in Posen. Dabei sollten mehr Frauen beteiligt werden, um die Eignung der Kandidaten zu prüfen.

Am 12. September hatte sich die Deutsche Bischofskonferenz "bedrückt und beschämt" gezeigt, nachdem eine Studie über sexuellen Missbrauch bekannt geworden war. Demnach machten sich mindestens 1670 Priester schuldig, es gibt mindestens 3677 Opfer.

WIRTSCHAFT

Weniger Chefinnen im Mittelstand

Der Anteil an Frauen in den Chefetagen des deutschen Mittelstands sinkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine am 21. August veröffentlichten Sonderauswertung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandpanels. Im Jahr 2016 wurden 16,4% der rund 3,71 Mio. mittelständischen Unternehmen von Frauen geführt. Das entspricht einem Rückgang von 1,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr 2015. Der Frauenanteil war zuletzt wiederholt auch unter den Gründern zurückgegangen. Nur 270.000 Frauen wagten im Jahr 2016 den Schritt in die Selbstständigkeit, ein Rückgang von 17 Prozent gegenüber 2015.

DEUTSCHLAND

Kurze Elternzeit kommt schlecht an

Traditionnelle Familienbilder betreffen Frauen auch am Arbeitsplatz. Frauen, die nach der Geburt ihres Kindes schnell zurück in den Beruf gehen, drohen einer Studie zufolge dafür im Job abgestraft zu werden. Mütter würden nach einer kurzen Elternzeit von zwei Monaten oft als egoistisch und feindselig wahrgenommen, berichtete der "Spiegel" am 24. August unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Bei Bewerbungen hätten diese Mütter auch Jahre später noch schlechtere Chancen als Frauen, die eine längere Babypause gemacht haben. Für die Studie wurden mehr als 700 fiktive Bewerbungen geschrieben. Bei Männern spielt die Länge der Elternzeit demnach keine Rolle für ihre Bewerbungschancen. 

SCHWEDEN

Erstes Handbuch für feministische Außenpolitik

Schweden hat ein Handbuch für feministische Außenpolitik veröffentlicht. Auf ihrer Website stellte die Mitte-Links Regierung in Stockholm am 23. August einen hundertseitigen Leitfaden vor, der anderen Staaten oder Nichtregierungsorganisationen zur Orientierung dienen soll. Feministische Außenpolitik zielt darauf ab, weltweit Gleichheit zwischen den Geschlechtern herzustellen und Mädchen und Frauen zu ihren Grundrechten zu verhelfen. Themen sind etwa der Kampf gegen sexuelle Gewalt oder die politische Teilhabe von Frauen. Außenministerin Margot Wallström verwies bei der Vorstellung des Handbuchs auf erste Erfolge der feministischen Außenpolitik, die von der schwedischen Regierung seit vier Jahren betrieben wird. So sei etwa 2016 die Gleichheit von Männern und Frauen in das kolumbianische Friedensabkommen aufgenommen worden. Auch im eigenen Ministerium kann die Ministerin Erfolge vorweisen: 2016 waren vier von zehn schwedischen Botschaftern Frauen, vor zwei Jahrzehnten waren nur zehn Prozent aller Botschafter Frauen.

BRASILIEN

Debatte über Feminizid

Bilder von einer Videokamera, die zeigen wie ein Mann seine Frau in dem Aufzug schlägt bevor sie von dem vierten Stock ihres Gebäudes fällt, haben im ganzen Land eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Tat hat sich am 22. Juli ereignet, die Bilder wurden zwei Wochen später veröffentlicht. Tatiana Spitzner, eine 29 jährige Anwältin wurde dadurch zum Symbol von geschlechtsbezogenen Verbrechen. Laut eines Jahresberichts der brasilianischen Vereinigung für öffentliche Sicherheit ist die Zahl der Morde an Frauen im Jahr 2017 um 6 % gestiegen. Der Bericht erwähnt 1133 Frauen, die aufgrund ihres Geschlechts ermordet worden sind.

SAUDI-ARABIEN

Webradio für Frauenrechte

Saudische Aktivistinnen haben im August ein Webradio, das für und über Frauenrechte berichtet, gestartet. Nsawya FM, was Feminismus FM bedeutet, wird von elf Frauen entwickelt. Das Kollektiv definiert sich weder als politische Partei noch als Opposition, möchte aber kritisch gegenüber der Regierung sein und plädiert für das Ende der Vormundschaft der Frauen, damit sie nicht weiter eine Genehmigung von einem Mann brauchen wenn sie arbeiten, reisen oder studieren wollen. Der Sender wurde noch im selben Monat innerhalb Saudi-Arabiens gesperrt.

FRANKREICH

Instagram-Account will ein Tabu brechen

Ein neuer Instagram-Account mit dem Titel @tasjoui », auf deutsch « bist du gekommen », hat innerhalb von paar Wochen mehr als 140 000 Followers bekommen. Auf diesem Account möchte die französische Journalistin Dora Moutot das Tabu des weiblichen Orgasmus brechen: konkret will sie über das Simulieren der Frauen beim Sex oder die Tatsache, daß viele Frauen mit ihrem männlichen Partner den Höhepunkt nicht erreichen, besprechen. Sie sei selber über den riesigen Erfolg überrascht worden.  


15. August 2018

ARGENTINIEN

Keine Legalisierung der Abtreibung

Am 9. August lehnte der argentinische Senat eine Gesetzesinitiative zur Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen bis zur 14.Woche ab. Abtreibungen bleiben damit in Argentinien Straftaten, für Ärzte wie für Frauen. Nach dem aktuellen Gesetz von 1921 sind sie nur in zwei Ausnahmefällen erlaubt: nach einer Vergewaltigung oder bei Lebensgefahr der Mutter. Trotzdem sollen mehr als 350 000 illegale Abtreibungen jedes Jahr stattfinden. Seit Wochen und Monaten hatten junge Frauen mit grünen Tüchern für die Legalisierung der Abtreibung demonstriert.

NEUSEELAND

Mehr Zeit für Opfer häuslicher Gewalt

Am 25. Juli hat der neuseeländische Parlament ein Gesetz -weltweit das erste dieser Art- verabschiedet, das Opfern häuslicher Gewalt bis zu zehn Tage zusätzlichen bezahlten Urlaub gewährt. So sollen sie mehr Zeit für ein Justizverfahren, für die Suche nach einer anderen Wohnung oder um ihre Kinder in Sicherheit zu bringen, bekommen. Neuseeland hat im Vergleich zu anderen Industrieländern eine der höchsten Raten häuslicher Gewalt. Im vergangenen Jahr berichtete der New Zealand Herald, dass in keinem anderen entwickelten Land im Verhältnis zur Einwohnerzahl so viele Fälle häuslicher Gewalt gemeldet würden. Das Gesetz soll im April 2019 in Kraft treten.

GESUNDHEIT

Frauen erkranken anders

Das Interesse für Gender-Medizin wächst stetig. Eine aktuelle Studie der Harvard Business School bei dem die Forscher die Daten von mehr als einer halben Million Herzinfarktpatienten ausgewertet haben, zeigt nicht nur dass Frauen, die von Ärztinnen behandelt wurden, ein um 1,5 Prozent niedrigeres Risiko demnach hätten, an Infarkt zu sterben, als Frauen, die von einem Arzt behandelt wurden. Den grundsätzlichen Unterschied in der Sterblichkeit zwischen Männern und Frauen konnten sie allerdings nicht erklären. Auch bei der Patientengruppe der Ärztinnen starben im Schnitt mehr Frauen als Männer. Dafür gibt es mehrere Gründe. Lange Zeit galt der Infarkt als männliches Problem - zu Unrecht. Denn Frauen sind vor Herzkrankheiten keineswegs verschont. Sie erleiden aber im Schnitt erst im höheren Alter einen Infarkt als Männer. 

In einem am 7. August veröffentlichten Artikel in der Aargauer Zeitung wird eine Hausärztin aus Zürich, die Frauen anders behandelt als Männer, zitiert. « Frauen sind anders krank als Männer » sagt die Ärztin Kerstin Schmit, die sich auf Gendermedizin spezialisiert hat. Sie erklärt auch, dass das Geschlecht der Patienten bisher vernachlässigt wurde. Langsam findet aber ein Umdenken statt, derzeit werden weltweit entsprechende Studien zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Geschlechter geführt. Am besten erforscht sei bislang der geschlechtsspezifische Unterschied bei Herzkreislauferkrankungen. 

FEMEN

Die Ko-Gründerin ist tot

Oksana Schachko, eine der Gründerinnen der feministischen Initiative Femen, hat sich am 24 Juli in Paris das Leben genommen. Die 31-jährige Ukrainerin hatte 2008 zusammen mit Anna Hutson and Alexandra Shevchenko in ihrem Heimatland die Gruppe Femen gegründet. Bekannt wurden sie sich vor allem mit ihren Oben-Ohne-Aktionen, die sich unter anderem gegen Sextourismus, Homophobie und religiöse Institutionen richteten. Sie wurde mehrmals von der Polizei verhaftet. Nach mehreren Aktionen in Frankreich und in der Ukraine, ist sie 2012 nach Frankreich gezogen, wo sie 2013 den Status als politische Flüchtling bekam.

MAROKKO

Das Recht sich frei zu kleiden

Nach einem Anfang Juli auf Facebook veröffentlichten Hashtag « Sei ein Mann », der die Männer ermutigte, ihre Frauen nicht in anzüglichen Kleidern auf der Straßen gehen zu lassen, haben sehr viele Frauen reagiert und posteten Bilder von sich im Badeanzug. « Lassen Sie diesen Frustrierten uns nicht den kleinen übrigen Rest an Freiheit wegschnappen » schrieb eine der Frauen. Trotz neuer Gesetze, die die Rechte der Frauen stärken wie das neue Gesetz das Belästigung auf der Straße strafbar macht, bleibt die marokkanische Gesellschaft sehr konservativ. Laut einer Studie, die 2017 von der ONU veröffentlicht wurde, sind drei Viertel der Bevölkerung der Meinung, dass eine « Frau die provokant angezogen ist, es verdient hat, belästigt zu werden »

SPANIEN

Ja-heißt-Ja Gesetz geplant

Die neue spanische Regierung will das Sexualstrafrecht verschärfen. Nach einem Gesetzentwurf der spanischen Vize-Ministerpräsidentin und Ministerin für Gleichstellung, Carmen Calvo Poyato, müssen alle beteiligten Personen ausdrücklich sexuellen Handlungen zustimmen. Der Vorstoß erfolgte auf einen Gruppenvergewaltigungsprozess gegen die Gruppe La Manada (Der Rudel). Im Juli 2016, während der traditionellen San-Fermín-Feste in Pamplona, hatten fünf Männer aus Andalusien eine 18-Jährige in einen ruhigen Hauseingang geführt, sie missbraucht und einander dabei gefilmt. Die Betroffene soll währenddessen passiv geblieben sein. Das Urteil lautete auf mehrfachen sexuellen Missbrauch, den Vorwurf der Vergewaltigung ließen die Richter fallen. Daraufhin gab es landesweit Proteste.

SCHWEDEN

Neue Definition der Vergewaltigung

Seit dem 1.Juli ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, das Geschlechtsverkehr ohne ausdrückliche Zustimmung der Beteiligten als Vergewaltigung einstuft. Damit ist es für eine Anklage wegen Vergewaltigung nicht mehr erforderlich, « dass Gewalt oder Drohungen eingesetzt wurden oder der Angreifer die besonders verletzbare Lage des Opfers ausgenutzt hat », erklärte die schwedische Regierung. Bei Prozessen müssen die schwedischen Richter nun prüfen, ob bei dem Geschlechtsverkehr die Beteiligten ihr Einverständnis durch Worte, Gesten oder auf andere Weise zum Ausdruck gebracht haben. Wie genau das gerichtsfest belegt werden kann, ist unter Juristen umstritten. Kritiker machen geltend, dass Richter willkürliche Entscheidungen in Vergewaltigungsprozessen treffen könnten. Für Beschuldigte, die sich zu Unrecht angeklagt fühlen, könne es zudem schwer werden, ein wahrgenommenes Einverständnis des Partners im Nachhinein zu beweisen. Vergewaltigung wird in Schweden mit bis zu sechs Jahren Gefängnis bestraft, bei minderjährigen Opfern sind bis zu zehn Jahre Haft für den Täter möglich. 

FRANKREICH

Simone Veil im Pantheon

Die 2017 verstorbene französische Politikerin Simone Veil ist am 1.Juli im Pantheon, dem republikanischen Tempel, der die Helden der Nation ehrt, mit ihrem Ehemann beigesetzt worden. Die berührende und zugleich staatstragende Zeremonie, die unter strahlendem Himmel stattfand, wurde von ganz Frankreich verfolgt. Die Shoah-Überlebende, Mutter von drei Kindern, engagierte sich für Frauenrechte. Als Gesundheitsministerin ließ sie 1975 gegen große Widerstände das erste Gesetz für die Legalisierung der Abtreibung in Frankreich verabschieden. Ihr Feminismus beruhte nicht auf der Meinung, dass Frauen etwas Besseres seien, oder dass ein Kampf zwischen den Geschlechtern nötig sei, sondern auf humanistischen Überzeugungen. Sie war überzeugt, dass Frauen etwas Wichtiges Anderes einbringen können, und dass dieser Unterschied, «dieser Reichtum», die Forderung nach ihrer Gleichberechtigung in den Machtsphären rechtfertigt. Sie ist die fünfte Frau, die auf dem Pariser Hügel Sainte Geneviève eine Ruhestätte bekommen hat, neben 72 Männern.


13. Juni 2018

SAUDI-ARABIEN

Frauen dürfen Autos fahren

 Frauen in Saudi-Arabien bekommen ein Stückchen mehr Freiheit: Seit dem 5.Juni dürfen sie einen Führerschein erhalten und ab dem 24 Juni sich endlich ans Steuer setzen. Nirgends sonst auf der Welt ist es Frauen verboten, sich hinter das Lenkrad eines Autos zu setzen. Vier bekannte saudische Frauenrechtsaktivistinnen, die für das Recht aufs Autofahren eingetreten sind, befanden sich Anfang Juni wie fünf männliche Aktivisten weiter in Haft. Ihnen droht trotz der Aufhebung des Fahrverbots ein Prozess. In den vergangenen Monaten wurden andere wichtige gesellschaftliche Reformen verabschiedet: Kronprinz Mohammed Bin Salman hat der Eröffnung von Kinos und der Teilnahme von Frauen als Zuschauerinnen bei Fußballspielen zugestimmt.

DEUTSCHLAND

Claudia Roth warnt vor Frauenfeindlichkeit

Die Grünen-Politikerin Claudia Roth hat in einem Gespräch Ende Mai mit der Wochenzeitung Die Zeit vor einer Rückkehr der Frauenfeindlichkeit gewarnt. « Ich sage immer wieder anderen Frauen: Fühlt euch nicht sicher - was wir für uns erkämpft haben, steht wieder auf dem Spiel ». Sie erinnerte daran, dass die Repräsentanz von Frauen rückläufig sei, im Bundestag seien frauenfeindliche Bemerkungen zu hören, selbst Minister setzen Frauen verbal herab. « Da ist ein neuer Ton in der Debatte, Misogynie ist wieder erlaubt », sagte die 63 jährige Politikerin. Sie erzählte, sie sei wieder mit Fragen, die ihr jahrelang niemand gestellt habe wie « warum hast du kein Kind? »  konfrontiert worden.

SPANIEN

Mehr Frauen als Männer im neuen Kabinett

Es ist ein Unikum in Europa: die neue spanische Regierung unter der Führung des Ministerpräsidenten Pedro Sánchez ist so weiblich wie noch nie. Elf der 17 Kabinettsmitglieder sind Frauen, darunter einige der wichtigsten Ministerien wie das Innen-, das Justiz-, das Verteidigung-, das Wirtschafts- und das Finanzministerium. « Spanien hat sich am vergangenen 8.März geändert » so äußerte sich der Sozialist Sánchez. Seine Regierung, die am 7 Juni vorgestellt wurde, sei « ein Spiegelbild des Besten der Gesellschaft », so der Premier. Am Frauentag streikte das ganze Land für Gleichberechtigung am Arbeitsplatz. Der Ministerpräsident bekam viel Lob für diese Entscheidung.

IRLAND

Ja zu Recht auf Abtreibung

Zwei Drittel der Iren, 66,4%, eine Zahl mit der keiner gerechnet hätte, haben per Referendum am 25 Mai für die Abschaffung des Abtreibungsverbot gestimmt. Diese historische Entscheidung nach einer sehr emotionalen Kampagne ist ein Beleg dafür, wie sich die irische Gesellschaft gewandelt hat. « Was wir hier gesehen haben, ist der Höhepunkt einer stillen Revolution, die sich in Irland in den vergangenen zehn bis 20 Jahren abgespielt hat. Das Volk hat gesprochen- und entschieden, dass wir eine moderne Verfassung für ein modernes Land wollen und dass wir Frauen vertrauen und ihre Entscheidungen respektieren », sagte der Premierminister Leo Varadkar von der konservativen Fine Gael Partei. Bis Ende des Jahres soll das Parlament nun ein Gesetz verabschieden, das Abtreibungen bis zur zwölften Woche nicht mehr unter Strafe stellt, danach ist ein Schwangerschaftsabbruch lediglich aus medizinischen Gründen erlaubt. Mit dieser Neuregelung folgt die Regierung dem Vorschlag einer Bürgerkommission.

DÄNEMARK

Verbot der Vollverschleierung

Ende Mai hat das dänische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das muslimischen Frauen das Tragen von Ganzkörpersschleiern (Burka) und Gesichtsschleiern (Niqab) untersagt. Verstöße werden künftig mit Geldbußen belegt. Das Verbot bezieht auch Hüte, Mützen, Schals, Masken, Helme und künstliche Bärte mit ein, die das Gesicht stark verdecken. Weiterhin erlaubt ist es allerdings, sich an kalten Tagen den Schal ins Gesicht zu ziehen oder zu Karneval Masken zu tragen. Beim ersten Verstoß gegen das Verhüllungsverbot droht eine Strafe von umgerechnet 135 Euro. « Niemand solle gezwungen werden, die Burka auf der Straße abzunehmen, vollverschleierte Personen würden lediglich nach Zahlung der Strafe aufgefordert, nach Hause zu gehen », erklärte der dänische Justizminister Søren Papa Poulsen von der Konservativen Volkspartei. Amtliche Angaben über die Zahl von Niqab- oder Burka-Trägerinnen liegen nicht vor. Frankreich hat 2011 als erstes Land in Europa den Ganzkörpersschleier Burka sowie den Niqab verboten. Im selben Jahr folgte Belgien. 2016 entschied sich Bulgarien auch für ein Verbot sowie Österreich im Jahr 2017.

ÖSTERREICH

Frauen protestieren gegen Ex-Grünen Chef

Österreichs ehemaliger Grünen-Chef Peter Pilz, dem sexuelle Belästigung vorgeworfen wird, ist seit Juni wieder Abgeordneter.  Als Zeichen des Protests verließen fast alle weiblichen Abgeordneten bei seiner Vereidigung am 11 Juni den Saal. Ihm wird vorgeworfen, 2013 im betrunken Zustand eine Frau unsittlich berührt zu haben. Pilz gab an, sich nicht daran errinnern zu können. Der prominente Oppositionspolitiker verzichtet nach Bekanntwerden der Vorwürfe auf sein Mandat. Nun ist der 64-Jährige als Nachrücker wieder ins österreichische Parlament zurückgekehrt.

JAPAN

#Metoo ist unerwünscht

In Japan spricht man nicht über sexualisierte Gewalt. Tun das trotzdem Frauen, werden sie von der Gesellschaft verstossen laut eines veröffentlichten Bericht Ende April in der französischen Elle. So soll die Karriere der Schauspielerin Yumi Ishikawa frühzeitig beendet worden sein weil sie es letzten Dezember wagte, #Metoo auf ihr Profil zu schreiben. In der japanischen Filmbranche sollen sexuelle Belästigungen sehr üblich sein. Die dortige Kultur lehrt den Kindern sehr früh ihre Emotionen zum Schutz des sozialen Friedens zu verinnerlichen. Von den Mädchen erwartet man besonders, dass sie « Kawai » bleiben, also « süss », stets mit einem Lächeln. Und aus der Sicht vieler Japaner sollen die Frauen selber vorsichtig sein um sich vor Übergriffen und Vergewaltigungen zu schützen. Im Gegensatz zu den meisten Medien hat die japanische Ausgabe von Elle über dieses Thema im April berichtet. Sie veröffentlichte ein Porträt der Journalistin Shiori Ito, die in einem Buch erzählte, dass sie von einem mächtigen Mann, der im Kreis von Premier Minister Shinzo Abe steht, vergewaltigt worden sei. Die Öffentlichkeit reagierte dermaßen heftig gegen sie, sie bekam sogar Morddrohungen und verliess Japan.

SÜDASIEN

Viele Mädchen bleiben während der Regelblutung zuhause

In Südasien geht mehr als ein Drittel der Mädchen während der Regelblutung nicht zur Schule wegen fehlender Toiletten und verbreiteter Tabus. Das berichtete eine am 28 Mai veröffentlichte Studie der britischen Hilfsorganisation WaterAid und des UN-Kinderhilfswerks Unicef. In einem Bezirk im Osten Nepals etwa gab es dem Report zufolge, nur eine Toilette für 170 Mädchen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt dagegen eine Toilette für 25 Mädchen als Standard. In Sri Lanka kommen zwei Drittel der Mädchen ohne Wissen über die Menstruation in die Pubertät und in vielen Gebieten Südasiens gilt die Regelblutung als « unrein ». Im Westen Nepals müssen Frauen während ihrer Menstruation in einer Hütte abseits vom Haus übernachten, obwohl diese Sitte unter Strafe steht.